Bauern wehren sich gegen WTO mit gemeinsamer Erklärung
WTO Pascal Lamy Generaldirektor der WTO verwies angesichts der momentanen ökonomischen Krisen in seiner gestrigen Eröffnungsrede auf die grosse Wichtigkeit der anstehenden Gespräche. “Ich kann mir keinen stärkeren Ansporn vorstellen, um die Verhandlungen zum Abschluss zu bringen, als die Bedrohungen, welche die Weltwirtschaft momentan gefährden. Dazu gehören die steigenden Lebensmittelpreise und die Krise auf dem Finanzmarkt.“
Die Worte mögen heute noch nachgehallt haben, als Delegierte eines Bauern und Bäuerinnenkollektives aus Afrika, Asien, Amerika und Europa gemeinsam vor die Presse traten und verkündeten, dass das angestrebte WTO-Abkommen die Nahrungsmittelkrise nicht lösen werde. Kritisiert wird in erster Linie, dass weitergehende Handelsliberalisierungen den Grossunternehmen und multinationalen Akteuren im Agrarsektor zugute kämen – dies auf Kosten der kleineren, verletzlicheren Betriebe – und dass ein Abkommen die agrarische und ländliche Entwicklung in jenen Ländern beeinträchtigen würde, die am meisten darauf angewiesen seien, so das Bauernkollektiv in seiner Erklärung. Weiter betont Hansjörg Walter Präsident des CH-Bauernverbandes die Wichtigkeit der regionalen Produktion, welche als einzige „einigermassen“ eine Ernährungssicherheit garantieren könne.
Auch die Thematik der Agrarsubeventionen blieb an der Presskonferenz nicht aussen vor. Dies obwohl sich da die unterschiedlichen Bauern- und Bauerinnenverbände nicht einig sind. Während Hansjörg Walter zwar Exportsubventionen als schädlich bezeichnet, wollte er die Subventionspolitik als Gesamtes nicht in Frage stellen. Anders dies die Verbände des Südens. Die indische Fraktion forderte gar einen fundamentalen Bruch mit der zurzeit gängigen Praxis und verlangt eine Verminderung der Subventionen des Nordens um 75%. Weniger strikt sieht dies der Delegierte von der „Kenya National Federation of Agricultural Producers“ K. Mutunga, er fordert, dass Subventionen nur für Produkte zugestanden würden, welche auch im Produktionsland selbst abgesetzt würden.
Bei allen Differenzen ist die gemeinsame Erklärung der Organisationen ein starkes Zeichen - dass es wahrgenommen wird, bleibt jedoch unwahrscheinlich. Obwohl Lösungen jenseits der neoliberalen Programme gerade jetzt bitter nötig wären. Die Gründe hierfür hat Pascal Lamy in seiner Eröffnungsrede selbst genannt.
Weitere Infos
Gemeinsame Erklärung der Bauern- Bäuerinnenorganisationen
Die Worte mögen heute noch nachgehallt haben, als Delegierte eines Bauern und Bäuerinnenkollektives aus Afrika, Asien, Amerika und Europa gemeinsam vor die Presse traten und verkündeten, dass das angestrebte WTO-Abkommen die Nahrungsmittelkrise nicht lösen werde. Kritisiert wird in erster Linie, dass weitergehende Handelsliberalisierungen den Grossunternehmen und multinationalen Akteuren im Agrarsektor zugute kämen – dies auf Kosten der kleineren, verletzlicheren Betriebe – und dass ein Abkommen die agrarische und ländliche Entwicklung in jenen Ländern beeinträchtigen würde, die am meisten darauf angewiesen seien, so das Bauernkollektiv in seiner Erklärung. Weiter betont Hansjörg Walter Präsident des CH-Bauernverbandes die Wichtigkeit der regionalen Produktion, welche als einzige „einigermassen“ eine Ernährungssicherheit garantieren könne.
Auch die Thematik der Agrarsubeventionen blieb an der Presskonferenz nicht aussen vor. Dies obwohl sich da die unterschiedlichen Bauern- und Bauerinnenverbände nicht einig sind. Während Hansjörg Walter zwar Exportsubventionen als schädlich bezeichnet, wollte er die Subventionspolitik als Gesamtes nicht in Frage stellen. Anders dies die Verbände des Südens. Die indische Fraktion forderte gar einen fundamentalen Bruch mit der zurzeit gängigen Praxis und verlangt eine Verminderung der Subventionen des Nordens um 75%. Weniger strikt sieht dies der Delegierte von der „Kenya National Federation of Agricultural Producers“ K. Mutunga, er fordert, dass Subventionen nur für Produkte zugestanden würden, welche auch im Produktionsland selbst abgesetzt würden.
Bei allen Differenzen ist die gemeinsame Erklärung der Organisationen ein starkes Zeichen - dass es wahrgenommen wird, bleibt jedoch unwahrscheinlich. Obwohl Lösungen jenseits der neoliberalen Programme gerade jetzt bitter nötig wären. Die Gründe hierfür hat Pascal Lamy in seiner Eröffnungsrede selbst genannt.
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contrainfo - 22. Jul, 22:39

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